Der Aufbau eines Bienenvolks folgt einer klaren Ordnung: Brut liegt im warmen Zentrum, Pollen dicht daneben und Honig meist darüber oder an den Rändern. Die Beute ist nur die Behausung dieses lebenden Superorganismus.
Inhaltsverzeichnis
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Volk, beute und bienenstock richtig trennen
Ein Bienenvolk ist die lebende Gemeinschaft der Honigbiene (Apis mellifera), während die Beute die vom Imker bereitgestellte Behausung ist. „Bienenstock“ kann umgangssprachlich sowohl Volk als auch Kiste meinen.
Die Beute ist das Haus, das Bienenvolk sind seine Bewohner. Eine Magazinbeute besteht meist aus mehreren Zargen, also stapelbaren Kistenräumen, in denen Rähmchen mit Waben hängen.
Was im kasten wirklich steckt
Ein Rähmchen trägt die Wabe, eine Mittelwand erleichtert geraden Wabenbau, und durch das Flugloch fliegen Sammelbienen aus und ein.
Honigbienen bilden einen mehrjährigen Staat mit Wintervorräten, viele Wildbienen leben dagegen allein und versorgen einzelne Brutzellen. Ein Wildbienenhotel hilft daher nicht automatisch Honigbienen, und eine Honigbienenbeute ersetzt kein Wildbienennest.
Königin, arbeiterinnen und drohnen im volk
Ein Sommervolk hat meist eine begattete Königin, mehrere hundert bis tausend Drohnen und zehntausende Arbeiterinnen. Ihre Zahl verändert sich mit Jahreszeit, Tracht und Volksentwicklung deutlich.
| Gruppe | Geschlecht | Typische Zahl | Lebensdauer | Hauptaufgabe |
|---|---|---|---|---|
| Königin | weiblich | 1 | 2 bis 5 Jahre | Eier legen, Zusammenhalt über Duftstoffe |
| Arbeiterinnen | weiblich | 30.000 bis 60.000 | Sommer: 4 bis 6 Wochen | Brutpflege, Wabenbau, Sammelflug |
| Drohnen | männlich | Hunderte bis Tausende | meist bis Spätsommer | Begattung junger Königinnen |
Die königin gibt keine befehle
Die Königin steuert das Volk vor allem über Pheromone und Eiablage; frische Eier sind bei einer Kontrolle oft der sicherste Hinweis auf ihre Anwesenheit.
Arbeit richtet sich nach alter
Junge Arbeiterinnen pflegen Brut und Zellen, später bauen und bewachen sie, bevor sie als Flugbienen Nektar, Pollen, Wasser und Harz sammeln. Bei Bedarf kann das Volk Aufgaben flexibel umverteilen.
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Brut innen, pollen nah, honig als vorrat
In einer gut entwickelten Wabenordnung liegt das Brutnest zentral, Pollen dicht daneben und Honig oberhalb oder weiter außen. Diese Anordnung hält die Brut warm und verkürzt Wege für Pflegebienen.
Brut braucht ein warmes zentrum
Das Brutnest umfasst Eier, Larven und Puppen. Pflegebienen halten es während der Brutzeit ungefähr zwischen 34 und 36 °C; deshalb befindet sich die Königin meist bei der offenen Brut.
Ein Absperrgitter hält die größere Königin im Brutraum, während Arbeiterinnen Überschusshonig oben einlagern. Pollen liegt meist näher an der Brut als Honig, weil er täglich für die Larvennahrung gebraucht wird.
Warum waben sechseckige zellen haben
Der Wabenbau besteht aus vielen sechseckigen Zellen, die Arbeiterinnen aus selbst erzeugtem Wachs formen. Diese Form nutzt den verfügbaren Raum besonders gut: Zwischen den Zellen bleiben kaum Lücken, gleichzeitig entstehen stabile Wände mit vergleichsweise wenig Wachs. In den Waben werden nicht nur Honigvorräte und Pollen gespeichert, sondern auch Eier abgelegt und die Bienenbrut aufgezogen.
Unterschiedliche Zellgrößen erfüllen verschiedene Aufgaben: Arbeiterinnenbrut wächst überwiegend in kleineren Zellen heran, Drohnen in etwas größeren. Für die Honiglagerung werden reife, wasserarme Vorräte mit einem Wachsdeckel verdeckelt; so bleibt der Honigvorrat geschützt.
Vom wintervolk bis zur neuen königin
Ein Volk überwintert oft mit 5.000 bis 15.000 Bienen, wächst im Frühjahr rasch und erreicht zur Sommertracht häufig 30.000 bis 60.000 Arbeiterinnen. Danach sinkt die Volksstärke wieder deutlich.
Schwarm und ableger sind formen der teilung
Beim Schwarmtrieb zieht ein starkes Volk Weiselzellen auf; die alte Königin verlässt meist mit einem Teil der Arbeiterinnen die Beute. Ein Ableger nutzt dieses biologische Prinzip kontrolliert.
Nachschaffung braucht junge larven
Stirbt die Königin, können Arbeiterinnen aus jüngsten befruchteten Larven Weiselzellen ziehen. Eine neue Königin schlüpft ungefähr 16 Tage nach der Eiablage und beginnt nach Begattung oft erst Wochen später zuverlässig zu legen.
Wörter für kinder und einsteiger
Eine Zarge ist ein Kastenstockwerk, ein Rähmchen hält eine Wabe, und ein Schwarm ist ein ausziehender Volksteil mit Königin.
Was nach dem verlust der königin geschieht
Fehlt die Bienenkönigin plötzlich, verändert sich die Stimmung im Bienenvolk innerhalb weniger Stunden bis Tage: Ihr Pheromon fehlt, und die Arbeiterinnen beginnen bei geeigneter Brut mit der Nachschaffung. Sie wählen befruchtete Larven, die höchstens etwa drei Tage alt sind, und bauen deren gewöhnliche Zellen zu senkrecht hängenden Weiselzellen um. Diese Larven erhalten reichlich Gelée royale und entwickeln sich dadurch zu Königinnen statt zu Arbeiterinnen.
Die erste geschlüpfte Jungkönigin beseitigt oft rivalisierende Weiselzellen oder kämpft mit anderen Jungköniginnen. Anschließend folgen Orientierungs- und Begattungsflüge; erst nach erfolgreicher Begattung beginnt sie mit der Eiablage. Schlechtes Flugwetter, fehlende Drohnen oder zu alte Larven können die Nachschaffung verzögern oder scheitern lassen.
Mini-Glossar für einsteiger
Beute nennt man die vom Imker verwendete Behausung des Bienenvolks, häufig eine Magazinbeute aus mehreren Zargen. Eine Zarge ist dabei ein einzelnes Kastenstockwerk. In jeder Zarge hängen Rähmchen, also Holz- oder Kunststoffrahmen, die den Bienen eine herausnehmbare Wabe als Baufläche geben. Die Wabe besteht aus vielen Wachszellen und dient sowohl als Vorratslager als auch als Kinderstube. Als Brut werden Eier, Larven und Puppen bezeichnet; daraus entstehen neue Arbeiterinnen, Drohnen oder Königinnen.
Das Brutnest ist der zusammenhängende Bereich der Waben, in dem die Brut gepflegt wird. Ein Schwarm ist schließlich ein Teil des Volkes, der mit einer Königin auszieht, um eine neue Unterkunft zu besiedeln.
Oft gestellte fragen
Wie viele bienen leben in einem bienenvolk?
Ein überwinterndes Volk umfasst oft 5.000 bis 15.000 Bienen, ein starkes Sommervolk meist 30.000 bis 60.000 Arbeiterinnen.
Wo sitzt die königin im bienenstock?
Die Königin hält sich meistens auf Waben mit offener Brut im Brutraum auf, hat aber keinen festen Platz.
Was passiert, wenn die bienenkönigin stirbt?
Arbeiterinnen ziehen Weiselzellen aus sehr jungen Larven. Eine neue Königin schlüpft nach rund 16 Tagen, sofern passende Larven und Pflegebienen vorhanden sind.
Was ist der unterschied zwischen beute und bienenstock?
Eine Beute ist die Imkerkiste, während „Bienenstock“ umgangssprachlich Kiste oder Volk meinen kann. Fachlich beschreibt Bienenvolk die Gemeinschaft samt Brut und Vorräten.
- Ein Bienenvolk ist der lebende Verband, die Beute ist seine Behausung.
- Brut liegt meist im warmen Zentrum, Pollen brutnah und Honig weiter außen oder darüber.
- Arbeiterinnen tragen fast alle Aufgaben, während die Königin Eier legt und Drohnen junge Königinnen begatten.
- Volksstärke und Wabenbild verändern sich vom Winter bis zur Sommertracht deutlich.
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Hier finden Sie weitere nützliche Informationsquellen:
- Das Leben im Bienenstock: Aufbau und Funktionen ... — bienen-gesundheit.com
- Bienenstock: Aufbau und Rollenverteilung im Bienenstaat — mein-schoener-garten.de
- Der Aufbau eines Bienenvolkes - edulabs.org academy — academy.edulabs.org
- Auf YouTube passt nicht jedes Imker-Video zur Region
- Weiselzellen brechen stoppt das Schwarmverhalten nicht
Redaktionsteam
Unser Redaktionsteam besteht aus erfahrenen Imkern und Bienenexperten, die ihr Praxiswissen aus deutschen Imkereien direkt in verständliche Ratgeber übersetzen. Wir recherchieren aktuelle Empfehlungen, testen Produkte und behalten den Überblick über Vorschriften und Methoden in Deutschland.
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